Woher weiß ich, dass mein Kind eine Lese-Rechtschreibschwäche/ Legasthenie hat?

 

Kinder mit einer Lese-Rechtschreibschwäche weisen häufig bestimmte Vorläuferhinweise auf, hier ein paar Beispiele:

  • Das Kind war lange in logopädischer Behandlung, weil Artikulationsschwierigkeiten mit phonologischem Schwerpunkt oder eine Sprachentwicklungsverzögerung/-störung diagnostiziert wurden.
  • Das Kind war lange in ergotherapeutischer Behandlung, weil es z.B. Schwierigkeiten im Bereich der Fein- und Grobmototik, Kraftdosierung, Körpergefühl etc. hatte.
  • Das Kind hatte schon im ersten Schuljahr große Mühe beim Lernen der ersten Schreibschritte.
  • Dem Kind fiel es von Anfang an sehr schwer, Lesen zu lernen.
  • Das Kind konnte sich in der ersten Klasse kaum auf die angebotenen Lerninhalte konzentrieren, hat viel lieber noch gespielt und kaum Interesse an Schriftsprache gezeigt und nur sehr kurze Konzentrationsphasen aufbauen können.

Es ist möglich, eine standardisierte Diagnostik bei einem Kinder- und Jugendpsychiater durchführen zu lassen, um eine attestierte Diagnose zu bekommen.

 

Eine LRS/Legasthenie steht nicht im Zusammenhang mit der Intelligenz Ihres Kindes!

 

Woher weiß ich, ob mein Kind eine Rechenschwäche/Dyskalkulie hat?

 

Dyskalkulie sagt, ebenso wie eine Legasthenie/ Leserechtschreibschwäche, nichts über die Intelligenz von Kindern aus.

Kinder mit Dyskalkulie oder einer Rechenschwäche fallen häufig erst etwa ab der dritten Klasse auf, weil dann ihre bisher angewandten Rechenkonzepte und Strategien nicht mehr ausreichend funktionieren.

 

Ein paar Beispiele:

  • Verwechseln von 10er und 1er
  • Probleme mit der Mengenerfassung
  • Zahlenfolgen werden nicht erkannt
  • Zeichen werden verwechselt Plus statt Minus / Mal statt Geteilt
  • Textaufgaben werden nicht erfasst
  • Schwierigkeiten beim Schreiben und Lesen von Zahlen
  • Größen und Mächtigkeit werden nicht erkannt
  • das Erlernen der “Uhr” bereitet große Schwierigkeiten
  • das Rechnen mit Geld bereitet Schwierigkeiten

Warum Lerntherapie und nicht Nachhilfe?

 

Nachhilfe versucht, den aktuellen Lernstoff zu vermitteln. Dadurch wird mehr von dem trainiert, was nicht funktioniert.

Ein Kind mit einer Lernstörung hat aber das System Buchstaben bzw. Zahlen ab einem bestimmten Punkt nicht verstanden. Ein Lerntherapeut filtert diesen Punkt heraus und setzt da an, dem Kind das System zu vermitteln. Unter Umständen muss ein Zeitraum von mehreren Schuljahren aufgearbeitet werden. Denn Kinder mit Lernstörungen sind aufgrund ihrer Intelligenz sehr gut in der Lage, sich lange Zeit Brücken zu bauen, sodass häufig erst nach dem Schulwechsel in der fünften Klasse die Lernstörung auffällt.